Vancouver ist in kanadischen Verhältnissen nur ein Steinwurf von Whistler entfernt. Auch wenn Patricia bereits einmal länger hier war, nehmen wir uns ein paar Tage Zeit für die Stadt. Denn sie ist schön, und irgendwie schätzen wir Waldmenschen, nach 1.5 Monate Wald und Berge, auch mal wieder die Vorzüge der Zivilisation.
Cool, dass es gleich auf der anderen Seite der Lions Gate Bridge ein Camping in Stadtnähe gibt, wo man mit Bus oder Uber zügig im Zentrum ist. Besuch im Aquarium. Haie? Clownfische? Seelöwen-Show? Quallen? Seesterne? Denkste, am meisten beeindruckt sind unsere Jungs von den beiden Tauchern, welche gerade ein grosses Aquarium am Putzen sind. Noch Wochen später robben die Beiden mit Schüfeli und Beseli auf dem Camperboden herum („I bi än Taucher“).
Wir mieten Velos und umrunden den Stanley-Park. Noé platzt beinahe vor stolz mit seinem Follow-me, welches auf der ganzen Runde allen präsentiert wird, egal ob Mensch oder Möwe… Einzig der Heimweg über die Lions Gate Bridge mit zwei völlig übermüdeten Kindern wird ein wenig zur Tortur. Än gääche Sauhond wars dazu auch noch, und wir sind jetzt nicht unbedingt als Bergziegen in der Radsportwelt bekannt.
Neben Sightseeing, Aktivitäten und Meeresfrüchte essen, bleibt aber auch Zeit für den Pool und Whirlpool auf dem Campingplatz. Wir mussten Ihnen inzwischen natürlich Taucherbrillen kaufen – Taucher eben.
Nach fünf Tagen Vancouver verschiffen wir nach Vancouver Island. Verschiffen ist ein gutes Stichwort, der Regen ist nach einigen meist schönen Tagen in Whistler und Vancouver auf der Insel unser stetiger Begleiter. Die ersten beiden Tage verbringen wir in der Nähe von Nanaimo, wo wir einen Campground mit freiem Stellplatz gefunden haben. Langsam kommen wir in die Hauptsaison und entgegen unserem Willen müss(t)en wir zumindest die Wochenenden etwas im Voraus planen. Es regnet das ganze Wochenende. Nach einem Halt am schönen Sprout Lake, wo wir uns mal wieder erfolglos im Angeln versuchen, überqueren wir die Insel nach Tofino. Tofino ist sowas wie der Place to be auf der Insel. Und das merkt man vor allem an den Übernachtungspreisen: Nachdem Whistler bisher unser teuerstes Camping war, hat Tofino die Marke gerade nochmals verdoppelt. Ansonsten ist Tofino aber ziemlich relaxt und verschlafen und hat einen angenehmen Surfer-Groove. Und den ersten Pazifik-Sonnenuntergang auf unserer Reise.
Nach einigen meist regnerischen Tagen überqueren wir die Insel wieder und fahren etwas nördlich zum Miracle Beach Provincial Park und zu den Elk Falls. Danach geht’s weiter komplett in den Süden nach Victoria, wo das Wetter endlich etwas besser ist und wir uns am Canada Day in die Menschenmassen stürzen. Die Stadt gefällt uns sehr und ist unser versöhnlicher Abschluss mit Vancouver Island, welches uns einmal mehr gezeigt hat, dass das Wetter halt schon einen enormen Einfluss auf das Gesamtbild hat.

























Gleichzeitig ist es der Schlusspunkt unter Kanada, dass wir nach ziemlich genau zwei Monaten und über 3000 Kilometern wieder verlassen. Kanada hat eigentlich alle Klischees bestätigt, und im Falle von Kanada, ist das überhaupt nicht negativ:
- Die Natur ist rau, aber wunderschön!
- Die Menschen sind unfassbar freundlich. Dies fällt uns bereits im Hotel in Calgary auf, in dem keine Liftfahrt vergeht, ohne dass man zumindest einige Worte mit seinem Gegenüber gewechselt hat. Dies zieht sich durch unseren gesamten Trip. Ich muss an dieser Stelle wohl mal meine Theorie überdenken, wonach die in der Schweiz und Deutschland weitverbreitete Griesgrämigkeit auf unser Klima zurückzuführen ist. Inputs sind erwünscht.
- Die Kanadier sind extrem kinderfreundlich. Im Supermarkt erhalten die Kinder Früchte und Sticker, im Restaurant Buntstifte und Zeichnungspapier, auf der Baustelle dürfen sie auf dem Bagger rumklettern und erhalten Süssigkeiten und beim Vorbeigehen an der Feuerwache, bekommen sie einen Feuerwehrhelm zum Spielen geschenkt…
- „Soccer“ lässt die Kanadier kalt. Die EM verfolgen wir allein in unserem Camper. Wenn hier irgendwo über ein „Game“ gesprochen wird, dann handelt es sich entweder um Hockey oder aber um Hockey. Ansonsten interessiert die Kanadier höchsten vielleicht noch – man ahnt es schon – Hockey.
Apropos Soccer, eine kleine Anekdote am Rand: Nino sagt seinen neuen „Sandalen“ „Sanggalle“… Kaum hat er jeweils die „Sanggalle“-Schuhe an den Füssen, möchte er Fussball spielen. +Unsere Erziehung wirkt.

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danke manuel für dein lesestoff … weiterhin eine schöne reise.
Hopp Sangalle! Immer wieder lustig und spannend zum lese eui Blogiträg 👍😊.
Liebi Grüessli!
Romana