Sind dann mal weg

Mal wieder weg…

Wir sind dann mal wieder weg… dieses Mal mit Verstärkung 😊.

Nach reiflicher Überlegung haben wir uns entschieden, den Blog nun doch wiederzubeleben. Mal schauen, wie oft wir dann tatsächlich die Muse haben, in die Tasten zu hauen. Denn so viel vorweg, etwas weniger «Freizeit» bleibt mit Windeln wechseln, Feuerwehr spielen, Spielplatz suchen und Mäuler stopfen schon, im Vergleich zu unseren letzten Reisen.

Inzwischen sind wir bereits 1.5 Monate unterwegs, haben schon über 2’000 Kilometer zurückgelegt und bereits einige Eindrücke zum Verarbeiten. Und wir haben uns bereits super eingelebt in unserem neuen Zuhause auf vier Rädern. Aber beginnen wir von vorn…

Die Zeit vor der Abreise war seehr intensiv. Seeehr viel Arbeit für Manuel, seehr viel Kinderbetreuung, Haushalt und Reisevorbereitung für Patricia. Seehr wenig Zeit für alles andere. Aber wir haben es schlussendlich geschafft. Am 1. Mai haben uns Manu, Chanti und Roman am Flughafen verabschiedet. Uns = Patricia, Manuel, Noé, Nino, 4 Koffer, 2 Kindersitze, 1 Wanderrucksack, 1 Buggy, 4 Handgepäck-Koffer. Vorabend Check-In -CHECK.

Nimm ein Flughafenhotel, haben sie gesagt. Das ist mega entspannt, haben sie gesagt… Nicht.

An dieser Stelle ein Rezept für eine versalzene Mövenpick-Suppe:

Man nehme 1 Hotel mit x Zimmern. Man gebe dazu die 1.2-fache Menge an Buchungen und mische das mit zwei Reisecars ungeduldiger spanischer Touristen. Am Schluss eine Portion Chaos hinzufügen und eine Prise (aber wirklich nur eine Prise) überfordertes Personal.

Naja, irgendwann nach 22 Uhr hatten wir dann sogar genügend Betten in unserem Zimmer. Das sollte nur der Anfang sein vom schlimmsten Reisemonat aller Zeiten…

:), Nein, natürlich nicht!! Ich darf an dieser Stelle spoilern – es läuft alles tiptop :).

Häsch no Gepäck?

Der erste Flug nach Amsterdam: kein Problem. Der etwas knappe Anschluss in Amsterdam: locker geschafft. Der zweite Flug nach Calgary: ebenfalls gut überstanden, dank Unterhaltungsprogramm deluxe für die Jungs. Immigration in Calgary: easy (dank der Kinder mussten wir nicht einmal das ordentliche Programm durchlaufen. Gut haben wir die mitgenommen).

In Calgary angekommen heisst es erst mal, möglichst lange wach bleiben, um die -8h Zeitverschiebung möglichst gut zu meistern. Gelingt so mittel-gut. Die ersten Tage stehen wir schon seehr früh auf. Es gibt aber auch viel zu tun, denn bereits am Tag nach unserer Ankunft nehmen wir unser Wohnmobil in Empfang. Die Formalitäten (Postanschrift in Kanada, Versicherung, Registrierung/Nummernschilder und Besuch bei Fraserway, wo wir unser Wohnmobil gekauft haben) sind in Rekordzeit erledigt. Wir haben nun ein Postfach in Airdrie – Kanada; eine Versicherung und ein Wohnmobil.

Alles klappt wie am Schnürchen, und so verbringen wir die nächsten Tage hauptsächlich im Walmart (Supermarkt) und Hotel, bis wir fertig eingerichtet sind, schliesslich ist nichts vorhanden und wir müssen das Wohnmobil komplett ausstatten. Die 1.5 Jahre Erfahrung mit Schnurli in Südamerika hilft, bei der Wahl der richtigen Ausstattung. Das ist also unser neues Zuhause für die nächsten Monate. 8 Meter lang, 3.4 Meter hoch, 6.5 Tonnen schwer und ausgestattet mit allem Möglichen (wer braucht eine Mikrowelle in einem Wohnmobil????). Nach vier eher strengen Tagen (Nino wird noch krank…), sind wir dann so weit und wir verlassen das Hotel in Richtung Banff National Park.

Die ersten Tage in Banff sind ziemlich anstrengend. Wir müssen uns noch ein bisschen angewöhnen, und Ninos Hustenanfälle lassen ihn nicht richtig schlafen, was sich dann auch auf die Tage auswirkt. Ein bisschen spazieren, mit der Seilbahn auf den Sulphur Mountain, ein Besuch auf dem Spielplatz und ein Ausflug zu den Seen in der Umgebung ist unser Programm.

Nur wenig nördlich von Banff liegt Lake Louise, das wir uns irgendwie grösser vorgestellt haben. Lake Louise ist ein kleines Kaff, mit einem bekannten See (und einem nicht weniger bekannten Skigebiet). Hier liegt sogar noch Schnee auf dem Campingplatz, und auch der Lake ist praktisch komplett zugefroren, brrrrrrrrrrrrrr… Gut haben wir eine Heizung im Camper, die Nächte sind nämlich echt kalt…

Die Fahrt von Lake Louise nach Jasper ist eine der schönsten Routen, welche wir bisher gefahren sind. Die Landschaft ist direkt aus dem Ferienprospekt, und zwar Kilometer für Kilometer. Berge, oben mit Schnee bedeckt, unten mit Tannen, soweit das Auge reicht… Bäche, Flüsse und Seen im Überfluss. Man wartet eigentlich nur auf den Bären aus der Kanada-Dokumentation, der irgendwo am Ufer am Fische fangen ist… Und tatsächlich sehen wir zum ersten Mal auf unserer Reise Bären. Mehrfach, seelenruhig am Strassenrand am fressen. Man möchte sie knuddeln und kann sich irgendwie kaum vorstellen, dass diese Fellhaufen gefährlich sein sollen.

Unser Jasper-Aufenthalt fällt dummerweise genau auf das Pfingstwochenende, dass mit vielen Leuten und schlechtem Wetter aufwartet. Da die Campingplätze sehr voll sind, müssen wir nach drei Tagen bereits wieder weiter. Und einer davon war dann erst noch ein Waschtag. Auch beim Mount Robson wird das Wetter nicht wirklich besser, den höchsten Berg der kanadischen Rockies sehen wir leider nie ganz. Immerhin leeren sich auch die Campingplätze allmählich wieder. Ausserdem sind wir zufällig bei einem besonderen Happening zu Gast: Bei einem Spielplatzbesuch erfahren wir, dass am Mittag Lachse im Fluss ausgesetzt werden. Spontan gehen wir hin… Um den tiefen Lachsbeständen in der Gegend entgegenzuwirken, sammeln freiwillige die Eier ein und ziehen sie in einer Hatchery „gross“ (ein paar Zentimeter). Dann werden sie wieder im Fluss ausgesetzt. An diesem Tag werden über 10’000 kleine Lachse auf die Reise geschickt. Diese werden, wenn sie genug gross sind, die Reise in Richtung Meer antreten. Es wird sogar extra eine Art Rutschbahn aufgebaut, wo die Kinder einen Fisch runterlassen können.

Der nächste etwas längere halt ist Clearwater und der Wells Gray Provincial Park. Landschaft: super schön. Wetter: wie gehabt, regnerisch und wechselhaft. Immerhin finden wir immer mal wieder ein paar Sonnenstrahlen und schaffen es sogar, unser Schlauchboot ein erstes Mal zu benutzen…

In Kamloops wechselt die Landschaft schlagartig. Vorbei sind die hohen Berge, Wälder und Flüsse. Das Klima ist spürbar wärmer, Büsche und trockene Wiesen prägen das Landschaftsbild. Hier ist vor allem ein Versorgungs- und Servicestop angesagt. Wir haben zwei Steinschläge in der Frontscheibe (entdeckt), die wir hier zu reparieren gedenken. Es stellt sich heraus, dass diese bereits repariert wurden… Offensichtlich sind uns die bei der Übernahme nicht aufgefallen :)… Naja, besser doppelt als gar nicht (gab da ja mal so eine Geschichte mit Schnurrli in Südamerika :)…

Aufgerüstet – wir haben beschlossen, dass die Jungs Fahrräder und wir eine Angelrute brauchen – treten wir nach einigen Tagen die Weiterfahrt nach Lillooet an. Der Ort wirkt wie ausgestorben. Die Geschichte geht zurück auf einen Goldrausch, Lillooet soll damals 20’000 Einwohner gezählt haben. Aktuell sinds noch etwa 2’000… Aber es gibt eine coole Brauerei, die wir natürlich mitnehmen.

Nach Lillooet weicht die karge Landschaft wieder Bergen und Wäldern. Und bald schon sind wir in Whistler, dem Ski- und Bike-Mekka. Und in Whistler ist auch endlich das gute Wetter zurück! Wir geniessen ein paar herrliche Tage mit durch die Stadt flanieren, Pumptrack für die Jungs, Geburtstag von Noé feiern und einem Bootsausflug…

Der Bootsausflug wird uns definitiv in Erinnerung bleiben :)… Vorstellung: Wir lassen uns gemütlich auf dem Fluss von einem See in den anderen treiben, angeln ein wenig, und geniessen… Realität: Der Fluss wäre eigentlich nicht für Schlauchboote geeignet, da sehr eng und an beiden Uferseiten mit Büschen überwachsen. Das stand natürlich schon auf einer Infotafel, aber da hatten wir den Point of no Return bereots überschritten und machten das Beste daraus. Gab etwas Muskelkater vom vielen Paddeln, aber hat sich gelohnt. Und wie durch ein Wunder hat es auch unser Schlauchboot problemlos überstanden 🙂

Ebenfalls in Erinnerung bleiben wird uns der Überraschungsbesuch auf dem Campingplatz: Ein Bär schaut vorbei, nur wenige Meter von unserem Camper entfernt… Allgemein sehen wir in dieser Gegend ziemlich viele Bären, auch an eigentlich belebten Plätzen.


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Ein Kommentar zu “Mal wieder weg…

  1. Irina

    Juhuuu, endlich wieder ein Blog von euch! Sehr cool. Ihr seid eine Inspiration – Ende Oktober geht’s bei uns auf grosse Weltreise. LG Maurus & Irina