Die Vorahnung im letzten Blogeintrag:
Mal schauen, wie lange wir hier hängen bleiben…
Die Auflösung vorab: Es wurden erneut drei Wochen…
Kiter kommen und gehen, wir bleiben. Unser Standplatz in Santa Marianita ist perfekt: 20 Meter zum Meer, 20 Meter zur Kiteschule, 20 Meter zur Strandbar, 5 Meter zum Piña-Colada-Mann… Unser Tagesablauf wiederholt sich oft in diesen drei Wochen: Frühstücken, auf den Wind warten, Kiten, Feierabendbier resp. Piña Colada, Abendessen. Unsere Kite-Skills sind unterdessen schon ganz passabel, doch unser (vor allem Manuels) Körper zahlt Tribut für die zum Schluss fast täglichen Kite-Sessions (das Alter??!?)…
Als wir zufälligerweise mal wieder einen Blick auf Kalender und Karte werfen stellen wir mit Schrecken fest: DIE ZEIT LÄUFT UNS DAVON!! Schon verrückt, kaum setzt man sich ein Enddatum, zerrinnt einem die Zeit nur so zwischen den Fingern. Ja, natürlich ist das Meckern auf hohem Niveau, deshalb stellen wir das an dieser Stelle mal ganz schnell wieder ein…
Mit dem Kalender im Nacken brechen wir nach drei Wochen Santa Marianita Richtung Landesinnere auf. Eine Tagesfahrt entfernt machen wir einen Halt bei der Laguna Quilotoa, eines der touristischen Highlights Ecuadors. Von 0 auf 3900 Meter über Meer in einem Tag. Der Kratersee mit einem Durchmesser von ca. 3 Kilometer lässt sich bequem auf einem 5minütigen Spaziergang von der Shalala-Lodge erreichen und ist wunderschön. Auf die 6stündige Wanderung um den See verzichten wir (Stichworte Kalender und Alter).
Einigermassen akklimatisiert fahren wir via Quilotoa-Loop, eine kurvige Bergstrasse, weiter in den Cotopaxi Nationalpark. Auch wenn uns der Ausblick auf den zweithöchsten Berg Ecuadors noch verwehrt bleibt, stehen wir wunderschön (also der Platz, nicht wir, Stichwort Alter) mitten im Nationalpark. Nachdem die unterwegs gekaufte Forelle – sie hat ihr zeitliches erst einige Stunden vorher gesegnet – fachmännisch zubereitet und verspeist wurde (Stichwort Massaker) lassen wir den Tag gemütlich am Lagerfeuer ausklingen.
Vom Campingplatz auf rund 3800 m.ü.M. führt ein Weg zum Parkplatz auf rund 4’500 m.ü.M. hinauf. Wir haben Glück und der Cotopaxi zeigt sich für einen Moment in seiner vollen Pracht. Der Weg verlangt Schnurrli einmal mehr alles ab, er meistert die Aufgabe jedoch mit Bravur. Vom Parkplatz wandern wir hoch bis zum Beginn des Gletschers auf rund 5’200 m. Von hier aus zur Spitze auf 5’897 m kommt man nur mit Guide, Ausrüstung und Erfahrung…
Vom Cotopaxi geht es weiter in etwas tiefere Lagen. In Baños, unserem nächsten Ziel herrschen deutlich wärmere Temperaturen. Da wir gerade so richtig in Fahrt sind, halten wir unsere Pace aufrecht und erkunden hier in einem Tag die Ruta de las Cascadas (Wasserfall-Strasse), mit dem Highlight Pailon del Diablo als Höhepunkt. Die Route führt von Baños Richtung Osten durch eine Jurassic-Park-ähnliche Landschaft. Diverse Ziplines und ähnliche Touristenattraktionen sorgen für ordentlich Publikum.
Sinnbildlich für die ausgezeichneten Strassen in Ecuador ist der Weg von Baños nach Quito. Eine nigelnagelneue Autobahn führt über das ecuadorianische Hochland in die Hauptstadt. Obwohl Ecuador als eines der ärmsten Länder Südamerikas gilt sind die Strassen hier die besten, welche wir auf unserer bisherigen Reise angetroffen haben.
Quito gefällt uns sehr gut. Insgesamt ist diese Stadt ein schöner Mix zwischen einer historischen Altstadt und einem modernen Teil mit ausgefallenen Hochhäusern und hippen Bars, das ganze umgeben von Bergen und Vulkanen. Der Parque Carolina, wo wir drei Nächte stehen, erinnert uns ein wenig an den Central Park in New York. Umrundet von modernen Glastürmen treffen sich die Quiteños hier zum Morgensport im Park, vorzugsweise morgens um 6 Uhr, direkt neben unserem Van ;). Nebst einer Fahrt mit dem Teleferico, unternehmen wir einen Spaziergang durch die historische Altstadt, sowie das Ausgangsviertel Mariscal und treffen uns mit Pancho, den wir in Santa Marianita kennengelernt haben auf ein paar Cervezas artesanales (Craftbiere).
Auf dem Weg nach Norden übernachten wir an der Laguna de Mojanda. Die Anfahrt gestaltet sich abenteuerlich nachdem wir auf dem Weg einen Wegweiser über eine Alternativroute entdecken, den wir so als Strasse garnicht auf unserer Karten-App haben. Der Verbindungsweg zwischen der Süd- und der Nord-Anfahrt ist dann auch eher für 4×4-Fahrzeuge vorgesehen. Für die rund 15 Kilometer benötigen wir dementsprechend 2 Stunden. Da wir jedoch früh dran sind ist dies nicht weiter schlimm und wir werden mit einem wunderschönen Standplatz direkt am See belohnt…
Nach einem kurzen Zwischenhalt an der Laguna Cuicocha sind wir vorgestern in der Finca Sommerwind in Ibarra angekommen. Wie der Name schon vermuten lässt wird die Finca von einem Deutschen geführt. Sie ist einer der Overlander-Treffpunkte und liegt wunderschön etwas ausserhalb der Stadt. Nach unserem Rush durch Ecuador werden wir hier erstmal ein wenig entspannen, planen und Blog schreiben. Auch Schnurrli erhält ein wenig Wellness. So geht es in diesen Tagen den noch verbleibenden Roststellen an den Kragen und auch die Windschutzscheibe wird ausgetauscht. Gegen Ende Woche werden wir dann Richtung Kolumbien aufbrechen…
Ecuador hat uns ausgezeichnet gefallen. Zu schade, dass die Zeit ein wenig drängt, denn hier könnte man noch viel mehr Zeit verbringen. Die Vielfalt ist einzigartig und wenn man Südamerika in einem Land zusammenfassen müsste, wäre das wohl Ecuador. Wie ein Taxifahrer in Quito das so schön gesagt hat: Hier kann man Frühstücken am Meer, Mittagessen in den Bergen auf 4000 Metern und Abendessen im Dschungel. Und dann wären da noch die Galapagos-Inseln. Nach langem Abwägen haben wir uns entschieden, nicht nach Galapagos zu fliegen. Dies gibt uns etwa 10 Tage mehr Zeit für Kolumbien und schont das Portemonnaie erheblich. Vielleicht beim nächsten Mal…
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(Danke, dass nöd „hashtag“ brucht häsch :-D)
#danke #häschtäg
Wiederum ein spannender und interessanter Bericht. Nagt der Rost bei Schnurrli immer noch am Fahrgestell? Bei so viel Pflege bringt ihr den Camper ja rostfrei nach Hause und könnt ihn zu einem Top-Preis verkaufen!!?? Ich wünsche Euch weiterhin alles Gute und noch einen rasanten Schlussspurt!!!!!!
Hoi Martin, Danke für deine Nachricht! Jetzt nicht mehr! Er schaut jetzt aus wie neu… Ne, nach Hause bringen ist nicht wirklich eine Option :)…