Sind dann mal weg

Erstens kommt es anders…

…und zweitens als man denkt…

Inzwischen seid ihr euch ja gewöhnt, dass unsere Blogeinträge quasi aus Vogelperspektive verfasst sind. Der folgende Text ist es nicht, aus dem einfachen Grund, dass es sehr persönliche Gedanken von mir (Manuel) sind.

Während ich diesen Blog-Eintrag schreibe, liege ich – wie bereits vor genau einem Monat, beim letzten Eintrag – in der Hängematte. Noch immer sind wir in Zorritos, direkt am Strand, wo wir auch Weihnachten und Silvester verbracht haben. Unser Auto steht noch am selben Ort, die Hängematte hängt zwischen den selben zwei Palmen, auch Romans Landcruiser steht noch immer neben Schnurrli. Das Wetter ist wie immer sonnig und warm, wie damals geht eine leichte Brise, einzig die Kokosnüsse sind aufgrund unseres Konsums etwas weniger geworden. Und dennoch hat sich meine Welt komplett verändert. Es fällt mir momentan schwer die Worte zu finden für das, was ich fühle.

Alles begann vor rund zwei Wochen mit einer Nachricht aus der Schweiz. Bei einem notfallmässigen Spitalaufenthalt wurden meinem Vater eine grössere Menge Wasser zwischen Lunge und Brust entfernt. Bei der Untersuchung der Flüssigkeit wurden dann Krebszellen gefunden. Es folgten weitere Untersuchungen, am vergangenen Freitag dann die traurige Gewissheit: Krebsbefall im Lungenfell. Asbest.

Noch immer treibt mir der Gedanke daran Tränen in die Augen. Diese Ohnmacht ist nur schwer zu ertragen… Ich bin in diesen Tagen froh um den Rückhalt meiner Familie, Patricia und Freunden.

Unter den gegebenen Umständen haben wir beschlossen, unsere Reise vorerst auf Eis zu legen und heute den Rückweg anzutreten. Zum jetzigen Zeitpunkt wissen wir nicht, ob, wann und wie unsere Reise weiter geht.

Trotz all diesen negativen Gedanken ist mir wichtig, auch das Positive zu sehen. Der Krebsbefall ist noch nicht allzu weit fortgeschritten und Papi geht es körperlich und seelisch gut. Trotz den Umständen freuen wir uns, euch wieder zu sehen und sind froh, auf euren Rückhalt zählen zu können. Auf keinen Fall möchte ich dem Selbstmitleid verfallen. Der Entscheid jetzt zurück zu kommen bedeutet vor allem, dass ich eine Weiterreise nicht unbeschwert geniessen könnte.

Bis bald.


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Ein Kommentar zu “Erstens kommt es anders…

  1. Martin Frei

    Dies ist eine betrübliche Nachricht, die man kaum kommentieren kann. Wir wünschen Euch gute Heimreise und hoffen, dass sich noch Alles zum Guten wendet.

    Priska + Martin