Sind dann mal weg

Kite, eat, sleep, repeat – hängen geblieben in Paracas

Unser Plan:
1. Nach einer Übernachtung in Lima direkt ins 250 Kilometer südlich gelegene Paracas fahren
2. Eine Woche lang Kitesurfen und so die Wartezeit zum
3. Mistura Food Festival in Lima überbrücken.
4. Nach einem kurzen Aufenthalt in Lima weiter Richtung Norden in die Berge fahren.

Was wirklich geschah:
Teil eins unseres Planes setzen wir vorbildlich um. Noch etwas müde von der langen Reise nehmen wir den vierstündigen Weg von Lima nach Paracas unter die Räder. In Paracas haben wir bereits einmal übernachtet, auf dem Weg von Cusco nach Lima – vor unserem Heimaturlaub. Damals zog gerade ein Sandsturm über den Küstenort, ausserdem war Manuel leicht angeschlagen. Eigentlich hatte Patricia gar nicht gross Lust, zurück nach Paracas zu fahren, aber Manuel setzte sich durch – des Food Festivals wegen.

Diesmal präsentiert sich Paracas von seiner schöneren Seite. Sonnenschein und ideale Kite-Bedingungen begrüssen uns. Der Stellplatz liegt direkt am Sandstrand und ausser uns sind noch andere Overlander da. Gleich für den nächsten Tag vereinbart Manuel eine Refresher-Lektion, um möglichst schnell wieder aufs Brett zu kommen – schliesslich sind seit dem letzten kiten bereits wieder zwei Jahre vergangen. Nach einer knappen Stunde fühlt sich Manuel wieder pudelwohl auf dem Wasser – und sogleich packt ihn wieder das Fieber. Währenddessen hält sich die Lust aufs kiten bei Patricia (noch) in Grenzen.

Einige Tage später:
Per Handschlag wird eine SecondHand-Kiteausrüstung für uns zwei gekauft. Manuel wäre nicht Manuel, wenn er dabei nicht noch eine gratis Refresher-Lektion für Patricia, sowie die Miete von zwei Wetsuits rausgehandelt hätte. Auch Patricia ist nach einer Stunde wieder erfolgreich auf dem Board unterwegs und angefixt. Der Spot in Paracas ist ideal um noch ein wenig sicherer zu werden, bevor wir uns mit der eigenen Ausrüstung alleine an die Kitespots Südamerikas machen.

Das Food Festival in Lima wird mittlerweile täglich hinausgeschoben. Wir verbringen die erste Tageshälfte vorwiegend in der Chillout Ecke der Kiteschule, da der Wind jeweils erst am Nachmittag einsetzt. An einem Morgen sind sogar Delfine in der Bucht zu Besuch. Am Nachmittag wird normalerweise abwechslungsweise gekitet, am Abend gut gegessen. Unsere Nachbarn – Andre und Natalia aus Deutschland – haben wir vermutlich ein wenig mit unserer Euphorie angesteckt. Da gerade ein Instruktorenkurs stattfindet kommen die beiden Glückspilze in den Genuss von einigen Gratislektionen. Auch sie bleiben hängen.

Die Tage vergehen. Auf den Wind warten, kiten, grillieren – kite, eat, sleep, repeat… Und das Food Festival in Lima ist mittlerweile ohne uns über die Bühne gegangen. Nach etwa zwei Wochen unternehmen wir einen Ausflug ins nahegelegene Reservat, dass ebenfalls mit einigen Kitespots aufwartet. Da der Wind in Paracas in diesen Tagen zu wünschen lässt, begeben wir uns in der dritten Woche fast täglich dahin. Mittlerweile trauen wir uns auch ohne Netz und doppelten Boden (=Kiteschule und Rettungsboot) aufs Wasser.

Nach sage und schreibe drei Wochen reissen wir uns (endlich) aus Paracas los in Richtung Lima. Nur für zwei Tage, denn das Food Festival haben wir ja verpasst! Weiter geht die Reise…


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